Sie wollen noch kurz mit Ihrem Hund gehen, aber schneller, als Sie gucken können, ist Ihr Hund im Wald verschwunden. Aber selbst wenn Ihr Hund „nur“ hinterherrennt, jedoch gleich wieder kommt, sollte man das Jagen sehr ernst nehmen. Zum einen durchlebt das gehetzte Wild Todesängste, zum anderen könnte Ihr Hund dabei auf eine Straße und unter die Räder eines Autos geraten.
„Mein Hund erwischt ja sowieso den Hasen oder die Vögel nicht“ – dieses Argument zählt nicht. Denn Jagdverhalten besteht aus verschiedenen Sequenzen, das Töten der Beute ist dabei erst der letzte Schritt. Zuvor kommt das Orientieren (beispielsweise in den Wald hinein) und das Fixieren der Beute, das bereits unterbrochen werden sollte. Häufig löst schnelle Bewegung Jagdverhalten aus. Lasse ich diese Elemente zu, so wird sich das Jagen im Laufe der Zeit verstärken, denn Jagdverhalten ist selbstbelohnend. Der Hund braucht also keine Beute zu töten, damit es ihm Spaß bereitet, sondern das Hetzen an sich reicht aus, um dieses Verhalten zu verstärken. Es lässt sich nicht mehr abtrainieren, daher sollten Hundebesitzer im Vorfeld wachsam sein, damit es erst gar nicht soweit kommen kann. Schreiten Sie bereits ein, wenn Ihr Hund einen Vogel ins Visier nimmt, und nicht erst, wenn er hinterherrennt. Außerdem sollten Hunde auf dem Feld und im Wald auf den Wegen bleiben und nicht durchs Unterholz stromern dürfen. Stöbert er dabei etwas auf, dann ist er nicht mehr in Ihrem Einwirkungsbereich – und schneller weg, als Sie gucken können. Bewährt hat sich das Training mit einer zehn Meter langen Schleppleine (in Ihrem FRESS-NAPF-Markt erhältlich), die der Hund hinter sich herzieht. Damit können Sie zum einen seinen Radius eingrenzen, zum anderen besteht die Möglichkeit, ihn heranzuholen, sollte er beim Heranrufen nicht reagieren. Kommt er heran, so wird er freundlich begrüßt und erhält Leckerlis oder etwas besonders Leckeres. Herankommen sollte sich für Ihren Hund immer lohnen, vor allem wenn die Ablenkung sehr groß ist.