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Psychostress für Hündinnen

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Alle Hündinnen werden etwa sieben Wochen nach der Läufigkeit scheinträchtig, nur bei den meisten zeigen sich dabei keinerlei Symptome. Die Scheinträchtigkeit wird hormonell gesteuert. Etwa vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit fällt der Progesteronspiegel ab, was einen Anstieg des Hormons Prolaktin bewirkt. Prolaktin führt auch bei nicht trächtigen Hündinnen zur Scheinträchtigkeit.
Diese ist aber keine Laune der Natur, sondern hatte bei Wölfinnen – den direkten Vorfahren der Hunde – eine wichtige Funktion: Nicht trächtige Tiere konnten sich dadurch, dass sie Milch, aber keine Jungen hatten, an der Ernährung der Welpen einer ranghöheren Wölfin beteiligen. Diese „Ammenleistung“ ist zwar heute nicht mehr notwendig, sie steckt unseren Hündinnen jedoch noch in den Genen. Während der Scheinschwangerschaft – in der Fachsprache Pseudogravidität genannt – schwillt das Brustdrüsengewebe zu Beginn leicht an, später auch mehr. Im Verlauf tritt oftmals richtige Milch aus dem Gesäuge aus. Frauchen und Herrchen sollten dann vermeiden, dass sich die Hündin die Milch selbst absaugt. Dadurch wird der Michfluss zusätzlich angeregt. Meist sind die Hündinnen lustlos oder auch aggressiv gegenüber anderen Hunden und Menschen. Die Ausprägung der Symptome ist bei jeder Hündin anders. Wichtig ist jedoch, den Zustand mehr oder minder zu ignorieren. Die Hündin schimpfen oder bedauern würde nicht helfen, sondern ihr Verhalten nur verstärken.
Nehmen die Symptome überhand, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Denn auch wenn die Scheinträchtigkeit etwas Natürliches ist, leiden die Tiere psychisch und physisch unter diesem Zustand. Bei schwachen Symptomen helfen Medikamente. Zusätzlich sollte man die Hündin durch ausgedehnte Spaziergänge, Spiele und kleine Gehorsamsübungen ablenken. Der Kontakt mit Artgenossen kann manchmal jedoch problematisch sein. Wenn gar nichts hilft und die Symptome regelmäßig und sehr heftig nach jeder Läufigkeit kommen, sollte man die Hündin kastrieren. 

 
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